Welpe hält still, während seine Halterin eine kleine Krallenschere an seine Pfote ansetzt, Leckerlis liegen bereit

Welpen die Krallen schneiden: ab wann, wie oft – und wie dein Welpe gelassen mitmacht

Kleine Pfoten, aber Krallen wie Nadeln: Wer einen Welpen auf dem Arm hat, kennt die roten Striche auf Händen und Unterarmen. Dazu klackert es auf dem Parkett, und beim Spielen bleibt der Kleine im Teppich hängen. Welpen die Krallen zu schneiden ist meist schon in den ersten Wochen im neuen Zuhause sinnvoll – nicht, weil viel ab muss, sondern weil dein Welpe jetzt am leichtesten lernt, dass Pfotenpflege nichts Schlimmes ist. Hier erfährst du, ab wann und wie oft, wie der Übungsplan aussieht und welches Werkzeug zu den kleinen Krallen passt.

Die Kurzantwort:

Du kannst deinem Welpen die Krallen schneiden, sobald er bei dir eingezogen ist und sich eingelebt hat. Abgenommen wird nur die durchsichtige, hakenförmige Spitze – bei den meisten Welpen etwa alle ein bis zwei Wochen. Wichtiger als der Schnitt ist die Gewöhnung: Pfoten anfassen, Zehen spreizen, Schere zeigen, alles mit Belohnung und in sehr kurzen Einheiten. Als spielerische Ergänzung eignet sich das Kratzbrett mit Leckerli-Versteck, an dem dein Welpe Scharren und Suchen verbindet.

Ab wann braucht ein Welpe gekürzte Krallen?

Welpenkrallen sind dünn, spitz und wachsen schnell. Viele Züchter kürzen die Spitzen schon in den ersten Lebenswochen, damit die Kleinen die Mutterhündin beim Säugen nicht zerkratzen. Kommt dein Welpe mit acht bis zehn Wochen zu dir, sind die Krallen oft schon wieder lang genug, um zu pieksen.

Gib ihm zuerst ein paar Tage zum Ankommen. Neue Gerüche, neue Menschen, die erste Nacht ohne Geschwister – das ist genug Aufregung. Danach ist ein guter Moment, mit der Pfotenpflege zu beginnen. Nicht mit der Schere, sondern mit der Hand.

Ob ein Schnitt nötig ist, siehst du schnell: Hakt sich die Spitze in Stoff ein, kratzt dein Welpe dich beim Spielen oder klackert er auf hartem Boden, darf die Spitze ab. In Wohnungen mit Teppich, Parkett und weichem Rasen draußen reibt sich bei jungen Hunden kaum etwas ab.

Wie oft müssen Welpenkrallen geschnitten werden?

Einen festen Takt gibt es nicht, aber eine Faustregel: Schau einmal pro Woche auf alle vier Pfoten. Bei den meisten Welpen steht etwa alle ein bis zwei Wochen ein kleiner Schnitt an, bei Welpen, die viel draußen auf festem Boden unterwegs sind, seltener.

Die kurzen Abstände haben noch einen Vorteil, der wichtiger ist als die Länge selbst: Jeder Termin ist eine Übung. Ein Welpe, der jede Woche zwei Minuten Pfotenpflege mit Leckerlis erlebt, sieht darin mit einem Jahr nichts Besonderes mehr. Ein erwachsener Hund, der die Schere zum ersten Mal mit zwei Jahren erlebt, sieht das oft ganz anders.

Alter Was im Vordergrund steht Typischer Rhythmus
Erste Wochen im neuen Zuhause Ankommen, Pfoten anfassen, Schere kennenlernen täglich kurz üben, Spitze nur bei Bedarf
Etwa 3 bis 6 Monate erste regelmäßige Schnitte, Zahnwechsel macht viele Welpen unruhig Kontrolle wöchentlich, Schnitt etwa alle ein bis zwei Wochen
Junghund Krallen werden kräftiger, Routine festigen Kontrolle alle zwei Wochen wie beim erwachsenen Hund

Erst Pfoten anfassen, dann schneiden: der Übungsplan

Welpen lernen schnell, aber sie können sich nur kurz konzentrieren. Plane deshalb Einheiten von einer bis zwei Minuten, am besten wenn dein Welpe müde vom Spielen ist und ohnehin kuscheln möchte. Jeder Schritt wird ein paar Tage wiederholt, bevor der nächste dazukommt.

  1. Pfoten streicheln: Beim Kuscheln wie nebenbei über die Pfoten streichen, kurz umfassen, loslassen, Leckerli.
  2. Zehen spreizen: Mit zwei Fingern sanft zwischen die Zehen fassen und eine Kralle kurz zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen.
  3. Werkzeug kennenlernen: Die kleine Schere liegt neben euch, dein Welpe darf schnuppern. Öffnen und schließen in der Luft, danach eine Belohnung.
  4. Antippen: Die geschlossene Schere berührt eine Kralle, ohne zu schneiden.
  5. Erster Schnitt: Nur eine Spitze, dann ein großes Lob und Schluss für heute.

Zappelt dein Welpe, halte nicht fester, sondern lass kurz los und versuch es mit weniger. Welpen, die gelernt haben, dass sie sich herauswinden können, wenn es zu viel wird, vertrauen dir beim nächsten Mal mehr. Wie du vorgehst, wenn ein Hund sich trotz allem wehrt, zeigt der Ratgeber Hund lässt sich die Krallen nicht schneiden.

So bleibt dein Welpe gelassen:

  • kleine, weiche Welpen-Leckerlis, die er schnell schlucken kann
  • immer am selben Platz üben, zum Beispiel auf einer Decke auf dem Sofa
  • aufhören, bevor er unruhig wird – nicht erst danach
  • andere Familienmitglieder üben mit, damit er Berührung von allen kennt

Zwischen den Übungen darf dein Welpe ruhig schon spielerisch an seinen Krallen arbeiten – mit der Nase am Leckerli und den Pfoten auf einer feinen Schleiffläche:

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So schneidest du Welpenkrallen

Welpenkrallen sind weich und dünn, du brauchst also kaum Kraft. Das macht sie aber auch tückisch: Das Leben, der durchblutete Kern der Kralle, reicht bei jungen Hunden relativ weit nach vorn. Abgenommen wird deshalb nur die durchsichtige Hakenspitze.

  1. Setz dich bequem hin und nimm deinen Welpen auf den Schoß, mit dem Rücken an deinem Bauch.
  2. Nimm eine Pfote, drück mit dem Daumen sanft auf den Zehenballen, damit sich die Kralle zeigt.
  3. Bei hellen Krallen siehst du den rosa Kern. Schneide nur den Haken davor, mit etwas Abstand.
  4. Bei dunklen Krallen nimmst du nur die feine, gebogene Spitze ab, die über die Pfote hinausragt.
  5. Kurz mit der Feile über die Kante, Leckerli, fertig.

Vergiss die Wolfskralle an der Innenseite der Vorderbeine nicht. Sie berührt nie den Boden und wird darum oft schnell lang. Eine ausführliche Anleitung mit Schnittwinkel und den typischen Fehlern findest du unter Krallen schneiden beim Hund: die Anleitung.

Gut zu wissen: Nutze die Impftermine in den ersten Lebensmonaten. Viele Tierarztpraxen zeigen dir gern, wo das Leben bei deinem Welpen verläuft und wie viel ab darf. Ist eine Kralle eingerissen, entzündet oder schief eingewachsen, gehört das ohnehin in die Praxis.

Welches Werkzeug für kleine Krallen?

Eine große Krallenzange für Hunde ist für Welpenkrallen zu grob. Du siehst den Schnittpunkt schlecht, und der Druck ist zu stark. Besser passen kleine Scheren, wie sie auch für Katzen oder Kleintiere angeboten werden. Sie sind leicht, liegen gut in der Hand und schneiden die dünnen Krallen sauber.

  • Kleine Krallenschere: ideal für die ersten Monate, weil du sehr genau arbeiten kannst
  • Feine Feile: zum Glätten der Kanten und für Welpen, die den Schnitt noch nicht mögen
  • Elektrischer Schleifer: erst später und nur nach langsamer Gewöhnung, weil das Summen viele Welpen erschreckt

Wächst dein Welpe zu einem großen Hund heran, wechselst du mit etwa einem halben Jahr auf eine kräftigere Schere. Die Krallen werden dann deutlich härter.

Krallenpflege als Spiel: das Kratzbrett für Welpen

Welpen erkunden mit Nase und Pfoten. Genau das nutzt das Canivoa Kratzbrett: Im Bambusrahmen liegt eine feine Schleiffläche, darüber drei verschiebbare Elemente, unter denen du kleine Leckerlis versteckst. Dein Welpe schnüffelt, schiebt und scharrt, um an die Belohnung zu kommen, und reibt dabei die Spitzen der Vorderkrallen ab.

Der größte Nutzen in den ersten Monaten liegt aber woanders: Dein Welpe verbindet Krallenpflege mit Spiel und Futter. Er lernt, mit den Pfoten zu arbeiten, und es fasst ihn dabei niemand an. Anti-Rutsch-Patches halten das Brett fest, und mit 35 × 25 cm hat es genug Fläche für kleine Pfoten wie für den späteren großen Hund. Es wächst also mit.

Ehrlich bleiben muss man bei den Erwartungen: Junge Welpen scharren noch vorsichtig, am Anfang ist das Brett mehr Beschäftigung als Krallenpflege. Hinterkrallen und Wolfskralle erreicht es ohnehin nicht. Die kleine Schere bleibt also Teil der Routine – das Kratzbrett für die Krallenpflege macht die Termine nur seltener und entspannter. Lass deinen Welpen anfangs nur unter Aufsicht damit spielen und räum es danach weg. Mehr Hundepflege-Zubehör für zu Hause findest du in derselben Kategorie.

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Wenn ihr ohnehin bei den Pfoten seid, lohnt ein kurzer Blick auf Ballen und Zehenzwischenräume. Wie du daraus eine kleine Routine machst, die dein Welpe sein Leben lang kennt, zeigt der Ratgeber Pfotenpflege beim Hund als Routine.

Fazit: Früh üben macht das ganze Hundeleben leichter

Welpen die Krallen zu schneiden heißt vor allem: üben, solange es leicht ist. Nach ein paar Tagen zum Ankommen beginnst du mit Pfotenkontakt, wöchentlicher Kontrolle und kleinen Schnitten an der Hakenspitze. Eine feine Schere, weiche Leckerlis und sehr kurze Einheiten genügen. Als Spiel zwischen den Terminen hilft das Kratzbrett aus Bambus, weil dein Welpe dabei selbst entscheidet, wann er scharrt. Weiteres findest du unter Pflege und Hygiene für Hunde.

Häufige Fragen zum Krallenschneiden bei Welpen

Muss man Welpen überhaupt die Krallen schneiden?

Nicht jeder Welpe braucht ständig einen Schnitt. Die Gewöhnung an Pfotenpflege braucht aber jeder. Kratzt dein Welpe, hakt er sich ein oder klackert es auf dem Boden, darf die Spitze ab. Die Wolfskralle solltest du bei jedem Welpen im Blick behalten.

Kann ich eine Nagelschere für Menschen bei meinem Welpen benutzen?

Davon ist abzuraten. Die geraden Klingen sind nicht für die runde Kralle gemacht und können sie quetschen oder splittern lassen. Eine kleine Krallenschere für Tiere schneidet sauberer und ist gar nicht teuer.

Mein Welpe beißt in die Schere – was mache ich?

Das ist typisches Welpenverhalten, keine Abwehr. Gib ihm einen Kauartikel oder lass jemanden eine Leckerli-Paste anbieten, an der er schleckt, während du die Pfote nimmst. Übe kürzer und zu Zeiten, in denen er müde ist.

Was passiert, wenn ich bei einem Welpen zu weit schneide?

Dann blutet die Kralle, weil das Leben getroffen wurde. Halte ein sauberes Tuch mit leichtem Druck darauf und bleib ruhig. Meist hört es nach wenigen Minuten auf. Blutet es länger, lahmt dein Welpe danach oder wirkt die Zehe geschwollen, ruf in der Tierarztpraxis an.

Lässt der Züchter die Krallen schon schneiden?

Viele Züchter kürzen die Spitzen in den ersten Wochen regelmäßig. Frag bei der Abholung nach, wann zuletzt geschnitten wurde und ob dein Welpe es gut mitgemacht hat. So weißt du, wo du mit dem Üben anfängst.