Beim Streicheln bleibt dein Finger an der Innenseite des Vorderbeins an etwas Spitzem hängen. Oder du entdeckst eine Kralle, die sich schon im Bogen Richtung Haut krümmt, obwohl du die Pfoten doch regelmäßig kontrollierst. Das ist die Wolfskralle – die Kralle, die bei der Krallenpflege am häufigsten vergessen wird. Die Wolfskralle muss bei den meisten Hunden regelmäßig gekürzt werden, weil sie den Boden nicht berührt und sich deshalb nie von selbst abnutzt. Hier erfährst du, wann und wie du sie schneidest und was du tust, wenn sie schon eingewachsen ist.
Die Kurzantwort:
Die Wolfskralle sitzt an der Innenseite des Beins oberhalb der Pfote, bei fast allen Hunden vorne, bei manchen auch hinten. Sie läuft nicht mit und wächst im Bogen weiter, bis sie sich irgendwo verhakt oder in die Haut wächst. Kontrolliere sie deshalb alle zwei Wochen und kürze die Spitze wie bei den anderen Krallen: in kleinen Stücken, mit Abstand zum durchbluteten Kern. Ist sie schon eingewachsen, gehört sie in die Tierarztpraxis.
Was ist die Wolfskralle – und hat jeder Hund eine?
Die Wolfskralle, auch Afterkralle oder Daumenkralle genannt, ist die erste Zehe des Hundes. Sie sitzt ein Stück oberhalb der Pfote an der Innenseite des Beins und hat beim Laufen keinen Kontakt zum Boden. An den Vorderbeinen hat sie nahezu jeder Hund. Dort ist sie meist fest über einen kleinen Knochen mit dem Bein verbunden.
An den Hinterbeinen ist das anders. Viele Hunde haben dort keine Wolfskralle, bei anderen hängt sie eher locker in der Haut. Bei einigen Rassen gehört sie zum Rassestandard, manche tragen sogar doppelte Wolfskrallen an den Hinterbeinen. Schau dir also alle vier Beine an, bevor du sicher sagst, wie viele dein Hund hat.
Muss man die Wolfskralle schneiden?
Bei den meisten Hunden ja. Die anderen Krallen schleifen sich beim Laufen auf Asphalt ein Stück weit ab. Die Wolfskralle nicht, weil sie nie den Boden berührt. Sie wächst einfach weiter, und zwar im Bogen.
Wird sie zu lang, kann sie an Decken, im Gestrüpp oder beim Toben hängen bleiben und einreißen. Wächst sie noch weiter, krümmt sie sich zurück und bohrt sich in die Haut oder den Ballen. Das tut weh und kann sich entzünden. Deshalb gilt: Auch wenn alle anderen Krallen durch Spaziergänge kurz bleiben, braucht die Wolfskralle deinen Blick.
Ein Anhaltspunkt für die Länge: Lässt sich die Wolfskralle gerade noch leicht anheben und berührt sie die Haut am Bein nicht, ist alles gut. Krümmt sie sich bereits deutlich zum Bein hin, ist es Zeit für einen Schnitt.
So kürzt du die Wolfskralle Schritt für Schritt
Das Prinzip ist dasselbe wie bei den anderen Krallen, die Technik ein wenig anders. Weil die Wolfskralle beweglich ist, gibt sie unter der Schere leicht nach. Deshalb hältst du sie fest, bevor du schneidest.
- Hund hinlegen: Am besten liegt dein Hund auf der Seite, du sitzt hinter ihm. So kommst du gut an die Innenseite der Beine.
- Bein halten, Kralle sichern: Halte das Bein locker oberhalb der Wolfskralle. Mit Daumen und Zeigefinger der anderen Hand fixierst du die Zehe, damit sie beim Schnitt nicht wegknickt.
- Fell zur Seite: Bei langhaarigen Hunden versteckt sich die Wolfskralle im Fell. Schieb es zur Seite oder kürze es vorsichtig, damit du die ganze Kralle siehst.
- Schnittpunkt wählen: Bei hellen Krallen zwei Millimeter vor dem rosa Kern, bei dunklen nur die gebogene, hohle Spitze. Wie du dich bei dunklen Krallen in dünnen Scheiben herantastest, zeigt der Ratgeber Schwarze Hundekrallen schneiden.
- Klein schneiden, glätten, belohnen: Lieber zwei kleine Schnitte als ein großer. Danach die Kante mit ein paar Zügen der Feile glätten und deinen Hund loben.
Grundlagen zu Werkzeug, Schnittwinkel und typischen Fehlern findest du in der Anleitung zum Krallenschneiden beim Hund.
Bei jeder Pfotenkontrolle mitprüfen:
- Wie viele Wolfskrallen hat dein Hund – vorne und hinten?
- Krümmt sich eine Kralle zur Haut hin oder berührt sie sie schon?
- Ist die Haut darunter gerötet, feucht oder verschorft?
- Hängt eine Wolfskralle locker oder ist sie eingerissen?
Die Wolfskralle braucht deine Hände, die übrigen Vorderkrallen dagegen kann dein Hund zwischen zwei Terminen selbst kurz halten:
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Wenn die Wolfskralle schon eingewachsen ist
Eine eingewachsene Wolfskralle erkennst du daran, dass die Spitze in der Haut verschwindet. Oft ist die Stelle gerötet, nässt oder riecht, und dein Hund leckt auffällig am Bein. Manche Hunde zucken zurück, sobald du die Stelle berührst.
Versuch in diesem Fall nicht, die Kralle selbst herauszuziehen oder abzuschneiden. Unter der Haut liegt eine Wunde, die versorgt werden muss, und das Herausziehen tut deinem Hund weh. In der Tierarztpraxis wird die Kralle gekürzt, die Spitze aus der Haut gelöst und die Stelle gereinigt.
Gut zu wissen: Eine eingewachsene, eingerissene oder entzündete Wolfskralle gehört in die Tierarztpraxis. Vorsorglich entfernen lassen darfst du gesunde Wolfskrallen in Deutschland nicht – das Tierschutzgesetz erlaubt es nur, wenn die Tierärztin oder der Tierarzt einen medizinischen Grund sieht. Regelmäßiges Kürzen ist der Weg, der Ärger erspart.
Damit es nicht wieder so weit kommt, nimm die Wolfskralle in deine feste Routine auf. Ein Blick alle zwei Wochen reicht, und meistens ist nur ein kleiner Schnitt nötig. Das Canivoa Kratzbrett hilft dabei an anderer Stelle: Die Wolfskralle erreicht es nicht, aber die übrigen Vorderkrallen reibt dein Hund beim Scharren nach Leckerlis selbst ab. Im Bambusrahmen liegt eine feine Schleiffläche, darüber drei verschiebbare Elemente mit Leckerli-Versteck. So bleibt bei der Pfotenkontrolle mehr Ruhe für die eine Kralle, die wirklich deine Hand braucht. Weiteres Hundepflege-Zubehör für zu Hause findest du in derselben Kategorie.
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Fazit: die Kralle, die nur du kurz halten kannst
Die Wolfskralle nutzt sich nie von selbst ab. Deshalb gehört sie bei jeder Pfotenkontrolle dazu: alle zwei Wochen ansehen, die Spitze in kleinen Stücken kürzen und dabei die Zehe festhalten. Ist sie schon eingewachsen, eingerissen oder entzündet, übernimmt die Tierarztpraxis. Für die übrigen Vorderkrallen kann das Kratzbrett mit Leckerli-Versteck dir einen Teil der Arbeit abnehmen.
Häufige Fragen zur Wolfskralle beim Hund
Wofür braucht der Hund die Wolfskralle überhaupt?
An den Vorderbeinen gibt sie beim Abbremsen in engen Kurven etwas Halt, und viele Hunde nutzen sie, um einen Kauknochen festzuhalten. Die locker hängenden Wolfskrallen an den Hinterbeinen haben dagegen kaum eine Aufgabe.
Wie oft muss ich die Wolfskralle schneiden?
Das hängt davon ab, wie schnell sie bei deinem Hund wächst. Bei vielen Hunden ist alle drei bis sechs Wochen ein kleiner Schnitt nötig. Kontrolliere sie alle zwei Wochen, dann merkst du rechtzeitig, wenn sie sich zur Haut krümmt.
Die Wolfskralle meines Hundes ist abgerissen – was nun?
Halte ein sauberes Tuch mit leichtem Druck auf die Stelle, bis die Blutung nachlässt, und ruf in der Tierarztpraxis an. Eine eingerissene oder abgerissene Wolfskralle muss meist versorgt werden, damit die Stelle sauber bleibt.
Hilft ein Kratzbrett auch bei der Wolfskralle?
Nein. Die Wolfskralle sitzt zu weit oben am Bein und berührt die Schleiffläche nicht. Das Kratzbrett ist für die übrigen Vorderkrallen gedacht, die Wolfskralle kürzt du weiter von Hand.


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